Bienengesundheit

 

Die Bienenseuchen-Verordnung:

Bienen-Gesundheitszeugnis:      

Unsere Ansprechpartner:              

 

Frage: brauche ich ein Gesundheitszeugnis, wenn ich Ableger nur vorübergehend über die Kreisgrenze verstelle? Also z.B. von Witten nach Bochum, oder von Herdecke nach Dortmund, etc.
Antwort: Ja, lt. der Bienenseuchenverordnung wird ein Gesundheitszeugnis notwendig wenn Bienen über eine Kreisgrenze verstellt oder verschickt  werden, egal ob es sich um einen Ableger handelt oder um Wirtschaftsvölker, oder um einen Kunstschwarm, oder eine Königin (Verschickung, Austausch, Kauf ...).

 

Frage: Und was ist mit einem wilden Schwarm von dem ich nicht weiß wo er herkommt?
Antwort: i
m Interesse des Imkers der einen Schwarm einfängt: er soll sehen dass er sich kein Kuckucksei ins Nest setzt. Wer weiß was der Schwarm alles mit bringt. Am besten nicht in den eigenen Stand integrieren erst mal sehen wie der Schwarm sich entwickelt. (Varroa behandlung usw....) und dann z.B. eine Futterkranzprobe einschicken um auf AFB (amerikansiche Faulbrut/Seuche) zu untersuchen.

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Der Sinn  dahinter: u. a. die Kontrolle und Überblick über mögliche Bienenseuchen zu behalten (wie z.B. die amerikanische Faulbrut etc.) .
Trotz allem kann man natürlich nicht vermeiden, dass Bienen von sich aus über Kreisgrenzen fliegen, ohne dass man sie verstellt, wenn sie rein zufällig in der Nähe einer Kreisgrenze stehen oder 3 - 5 km im Umkreis darüber fliegen.


Hier ein Auszug aus der Bienenseuchenverordnung dazu: § 5 und § 5a:

§ 5 

(1) Der Besitzer oder die mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege der Bienenvölker betrauten Personen haben für Bienenvölker, die an einen anderen Ort verbracht werden, unverzüglich nach dem Eintreffen der für den neuen Standort zuständigen Behörde oder einer von ihr beauftragten Stelle eine Bescheinigung des für den Herkunftsort zuständigen beamteten Tierarztes vorzulegen. Aus der Bescheinigung muss hervorgehen, dass die Bienen als frei von Amerikanischer Faulbrut befunden worden sind und der Herkunftsort der Bienen nicht in einem Faulbrut-Sperrbezirk liegt. Die Bescheinigung darf nicht vor dem 1. September des vorhergehenden Kalenderjahres ausgestellt und nicht älter als neun Monate sein.

(2) Die Bescheinigung nach Absatz 1 wird von der für den neuen Standort zuständigen Behörde oder der von ihr beauftragten Stelle einbehalten. Für Bienenvölker, die nur vorübergehend an einen anderen Ort verbracht werden, trägt sie in der Bescheinigung den Ort, den Beginn und das Ende der Wanderung sowie am Ort der Wanderung oder auf dem Bienenstand festgestellte Bienenseuchen ein. Die Bescheinigung wird dem Besitzer oder den mit der Beaufsichtigung, Wartung oder Pflege der Bienenvölker betrauten Personen wieder ausgehändigt, wenn die Bienenvölker aus dem Bezirk der zuständigen Behörde verbracht werden.

(3) Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den Absätzen 1 und 2 zulassen, wenn Belange der Seuchenbekämpfung nicht entgegenstehen.

§ 5a 

Der Besitzer von Bienenvölkern, die nur vorübergehend an einen anderen Ort verbracht werden, hat an dem Bienenstand ein Schild mit seinem Namen und seiner Anschrift sowie der Zahl der Bienenvölker in deutlicher und haltbarer Schrift gut sichtbar anzubringen. Er hat dafür zu sorgen, dass die Bienenvölker in seiner Gegenwart oder im Beisein eines von ihm Beauftragten von dem beamteten Tierarzt untersucht werden können, soweit eine solche Untersuchung aus Gründen der Seuchenbekämpfung erforderlich ist.




Varroa Kontrolle - Das Behandlungskonzept für NRW

 
 

Amerikanische Faulbrut (AFB)
Es handelt sich um eine anzeigenpflichtige Bakterienerkrankung (Paenibacillus larvae) mit einem seuchenhaften Verlauf. Innerhalb weniger Wochen können erkrankte Völker daran zugrunde gehen. Die AFB unterliegt der amtlichen Bekämpfung durch das Veterinäramt.
Jeder Verdacht ist dort unverzüglich anzuzeigen. Es wird ein Sperrbezirk ausgerufen. In diesem Sperrbezirk müssen alle Bienenvölker auf AFB untersucht werden.
AFB-Sporen können z. B. durch belasteten Honig (Achtung Importhonige!), Räuberei aus anderen Völkern oder mittels belasteter Gerätschaften des Imkers in ein Volk gelangen.
Die Ammenbienen geben das infizierte Futter an die Larven ab. Im Darm der Larve bricht die Krankheit aus.
Der Typ Eric I tötet die Bienenlarve später als Typ Eric II.
Bei Eric I findet man eine fadenziehende, schleimige, nach Leim riechende Masse in den Brutwaben.
Bei Eric II werden die Larven schon sehr früh abgetötet und in diesem Stadium werden die abgetöteten Larven von den Putzbienen entfernt, sodass überhaupt keine Symptome wie bei Eric I vorkommen. Das Brutnest ist jedoch löchrig.
Mittels Futterkranzproben, kann das Labor beide Erreger nachweisen.

Um den Ausbruch von AFB zu vermeiden, bzw. zu kontrollieren, hier einige wichtige Regeln:
- 1x jährlich alle Völker über Futterkranzproben untersuchen lassen

- Räuberei vermeiden; Hygiene am Bienenstand; Bienendichte Wabenlagerung; kein Auslecken von Waben oder Geräten.
- Völkerkauf/- verkauf nur mit Gesundheitszeugnis, oder aktuellem negativem Ergebnis von der Futterkranzprobe.
- Gebrauchtes Beutenmaterial reinigen (Abflammen oder z.B. 3%ige Ätznatronlauge)

- Nie fremden Honig (insbesondere Importhonige) oder Pollen verfüttern; die Produkte könnten Sporen der AFB enthalten.
- Auffällige Brut (löchriges Brutnest, eingesunkene Zelldeckel, abgestorbene Brut), vom Bienengesundheitsobmann, BSV 
  oder Amtstierarzt untersuchen lassen.
- Keine Wanderung mit Bienen in Faulbrutsperrbezirke; vorab Veterinäramt fragen.
- Für ausreichend Futter am eigenen Bienenstand sorgen, damit die Bienen nicht anderswo räubern müssen und sich
  möglichweise Sporen einfangen.
- Varroabehandlung, um das Bienenvolk gesund zu halten.

 


Leitlinie zur Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers (Aethina tumida) und der Tropilaelapsmilben.
Herausgeber: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Mai 2014.

Hier anklicken.


Deutsches Bienenjournal, 21.02.2017
Neue Bakterien: Hinweis auf Winterverluste
" Winterverlust: Noch immer ein Rätsel für die Bienenforschung. Nun ist ein Hinweis auf einen weiteren
Faktor gefunden, der Einfluss darauf haben könnte, warum ganze Bienenvölker nicht durch den Winter
kommen.
Warum kommen Bienenvölker nicht durch den Winter? Diese Frage beschäftigt die Wissenschaft schon
lange und wird auch in Zukunft für Herausforderungen sorgen. Einen neuen Hinweis, auf das, was die
Bienen über den Winter hinweg belastet, haben nun Forscher der University of Wisconsin-Stout
gefunden. Sie haben einen neuen Bakterienstamm entdeckt: Serratia marcescens sicaria (Ss1).
Gefunden haben sie Ss1 im Blut der Bienen, die sich von der Wintertraube abgewandt haben und so nicht
mehr dazu beitragen konnten, die anderen Bienen und die Bienenkönigin zu wärmen und mit Futter zu
versorgen. 90 Prozent dieser untersuchten Bienen hatten das Bakterium im Körper. Außerdem fanden die
Wissenschaftler es im Blut von Varroa-Milben.
Bakterien von Biene zu Biene übertragen
Im Gegensatz zu den belasteten Bienen zeigten die Milben jedoch keine Krankheitssymptome. Die
Bienen schienen dagegen geschwächt. Doch trotz der Infektion konnten die Beobachtungen nicht zeigen,
dass diese Bienen aus dem Stock gedrängt wurden. Vielmehr gegen die Forscher davon aus, dass Ss1 von
Biene zu Biene weitergegeben wird – wahrscheinlich während der Fütterung.
Zudem kann das Bakterium wohl von den Varroa-Milben auf die Bienen übergehen. So liegt die
Vermutung nahe, dass Bienenvölker, die bereits im Spätsommer mit vielen Milben belastet sind und so in
den Winter gehen, auch ein höheres Risiko haben, den Belastungen mit Ss1 nicht standzuhalten.
Winterverlust: Zusammenspiel von vielen Faktoren
Der neu entdeckte Bakterienstamm ist nach Angaben der Forscher ein Hinweis auf eine Belastung der
Bienen, die eine höhere Wintersterblichkeit im Zusammenspiel mit vielen weiteren Faktoren beeinflusst.
Ss1 alleine ist jedoch nicht als alleiniger Grund zu sehen, warum Bienen nicht durch den Winter kommen.
Hierzu bedarf es weiterer Forschung.
Zwischen Dezember 2014 und September 2016 haben die Forscher insgesamt 3.219 Honigbienen und
1.259 Varroa-Milben untersucht, die sie von 91 Bienenstöcken im westlichen zentralen Wisconsin und im
östlichen Minnesota der USA gesammelt haben. "
Autor: bienen-journal
jtw