Imkerverein Herdecke-Ende

Naturschutz und Imkerei

 Anton Rosenkranz

Obwohl wir Imker in erster Linie unseren Nutzen aus der Natur ziehen, dürfen wir uns doch getrost auch als Umwelt- und Naturschützer ansehen; denn bei jedem Tropfen Nektar, den unsere Bienen sammeln, wird die besuchte Blüte befruchtet.

Damit kann es zu einer guten  Frucht- und Samenbildung kommen. Dieses hat positive Folgen für den Artenreichtum in der Pflanzenwelt und kommt somit auch der gesamten wild lebenden Tierwelt zugute.  

Viele Kultur- und Wildpflanzen sind auf eine Bestäubung durch die Honigbienen angewiesen.

Wir Imker fühlen uns nicht nur gegenüber unseren Honigbienen verantwortlich, sondern auch gegenüber deren Verwandten, den Wildbienen, Hummeln, Wespen und Hornissen.

Diese werden, da  die Evolution sie auch mit einem Stachel ausgerüstet hat, vom Menschen meistens als Schädlinge angesehen, und intensiv bekämpft. Dazu wird oft die Hilfe eines Imkers gesucht.

Vor diesen Karren wird sich ein Imker aber niemals spannen lassen, sondern in einem Beratungsgespräch klarmachen, dass diese Tiere und sogar auch Wespen für die Harmonie in der Natur sorgen. Dabei können unberechtigte Ängste abgebaut werden, so dass eine Beseitigung oder Umsiedlung der Nester nicht mehr erforderlich ist.

 

Falls in besonderen Fällen eine Umsiedlung notwendig sein sollte, kann  diese durch die Untere Landschaftsbehörde bei der Kreisverwaltung vorgenommen werden.

Foto von  Inge-Lore Hebbel

Foto von  Volker Fockenberg

Neben Honigbienen sind auch Wildbienen im Naturhaushalt unentbehrlich. Sie bestäuben einen großen Teil der Kultur- und der wild wachsenden Blütenpflanzen

Wildbienen

Wespen ernähren sich  in erster Linie von anderen Insekten und sind somit im menschlichen Sinne als "nützlich" einzustufen.

Sie sind allgemein weniger lästig und gefährlich als man ihnen nachsagt.

Wespen

Die den Hornissen angedichtete Angriffslust beruht auf Vorurteilen, die hartnäckig von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Wenn auch die Honigbiene auf ihrem Speiseplan steht, so ist die Hornisse als letztes und größtes Glied in der Insektenhierarchie für das Gleichgewicht in der Natur von großem Nutzen .

Hornissen

Hummeln sind sehr fleißige Blütenbesucher.

Im Gegensatz zur den Honigbienen können sie bei sehr niedrigen Außentempe-raturen fliegen und Blüten besuchen.

Hummeln

Auch die Waldameisen stehen unter dem Schutz der Imker. Sie schützen die Honigtau erzeugenden Rindenläuse vor ihren Feinden; und wegen der Vertilgung großer Mengen an Waldschädlingen gilt die rote Waldameise als ausgesprochener Nützling des Waldes.

In der Herdecker Gemarkung gibt es zwei Gebiete mit einem nennenswerten Vorkommen. Es handelt sich hierbei um die Unterart Formica polictena,

 

Waldameisen

Foto von  Volker Fockenberg

Foto von  Volker Fockenberg

Foto von  Volker Fockenberg

Fotos von  Arik Rosenkranz

Weitere Informationen und wunderbar bebilderte Beschreibungen können Sie auf folgenden Seiten anschauen:

 

www.wildbiene.com

 

www.aktion-wespenschutz.de

 

www.hornissenschutz.de

 

www.ameisenschutzwarte.de

 

 

 

In einigen Punkten darf die Tätigkeit eines Imkers aus Natur schützender Sicht aber auch hinterfragt werden:

So ist z. B. die konsequente Zucht auf Honigleistung und Sanftmut, die künstliche Weiselaufzucht und die künstliche Besamung, Unterdrückung des Schwarmtriebes, Massenaufstellung, Honigentnahme mit anschließender Zuckerfütterung oder die chemische Varroatosebekämpfung mit den Grundsätzen der Natürlichkeit nicht ganz zu vereinbaren; und dazu gehört auch der scheinbar nicht zu vermeidende Einsatz eines Kraftfahrzeuges mit dem damit verbundenen Energieverbrauch und dem Ausstoß von Kohlendioxid.

 

Die Biene ist von alters her

ein Honigspender und noch mehr.

Sie sorgt mit Blütenstetigkeit

für die erwünschte Fruchtbarkeit.

 

Der Apfel, Kirsche und die Pflaume,

gesundes Obst an unserm Baume;

es reift heran zur schönen Frucht,

was Bienen oft zuvor besucht.

 

Ihr Nachbarn freut euch auch darum,

wenn unsrer Bienen froh Gesumm

in euren Gärten ist zu hören;

und meint nicht, dass sie hier nur stören.

 

Wer gerne frisches Obst verzehrt

und doch sich gegen Bienen wehrt,

der zeigt Verständnislosigkeit

für Gottes Schöpfung, keine Dankbarkeit.

 

Wir Imker ständig uns bemühen,

die Bienenart heranzuziehen,

die Friedsamkeit im Erbgut trägt;

nur den sie sticht, der nach ihr schlägt.

 

Wer uns verdrängt mit Paragraphen

der hat fürwahr die Zeit verschlafen.

Nicht Honig schenkt die Biene nur,

vor Armut schützt sie die Natur.

 

Achim Gercke   (Adensen)

 

der „Kahlrückigen Waldameise“.

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