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Imkerverein Herdecke-Ende |
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Westfälische Rundschau vom 9.7.2007
Wie kommt Honig von Wabe ins Glas? Herdecke. (bnr) Rund 20 000 Bienarten existieren weltweit, 500 davon sind allein in Deutschland beheimatet. Am Wochenende konnten Jung und Alt in Herdecke die wahre Geschichte der "Bienchen und Blümchen" am lebenden Objekt und mit eigenen Augen erfahren. Viele Familien nutzten den "Tag der deutschen Imkerei" und bekamen Antworten auf Fragen rund um den Bienenstock: Wie leben Bienen, was fressen und wie arbeiten sie, und - natürlich - wie kommt der Honig von der Wabe ins Glas? Der Herdecker Imker Günter Siewert präsentierte beim Gang durch seine Anlagen rund 750 000 eigene Bienen. Die Bruträume in den 14 dreigeteilten Kästen sind durch Zwischengitter abgetrennt. Durch diese passen zwar sämtliche fleißigen Bienen des Wirtschaftsvolks (etwa 40 000 bis 50 000 Bienen) hindurch, nicht aber die Königin. Daher kann die Königin lediglich unterhalb des Gitters ihre Brut verrichten. Oben bleibt so genug Platz für den Honig. Staatenbildende Arten wie die Honigbiene stellen als Wintervorrat aus Nektar und Körpersäften Honig her, der von den Imkern aus den Waben genommen werden kann. Da die Bienen für den Winter in diesem Fall eine Ersatznahrung benötigen, füttert der Imker für den ganz oder teilweise entnommenen Honig eine konzentrierte Zuckerlösung. Immerhin 30 Kilogramm Honig produzieren Siewerts zehn Wirtschaftsvölker während der Saison. Zudem hält der Imker weitere Völker in Witten-Stockum direkt am Rapsfeld. Und da der Raps ab Mai blüht, produzieren diese Völker sogar zwischen 40 und 50 kg über den Sommer. Keine Klagen über Milbenbefall Besucher konnten am Samstag eine volle Honigwabe selbst heben und überraschend feststellen, dass allein eine Wabe rund zwei Kilogramm wiegt. Im Gegensatz zu anderen Imkern kann Günter Siewert über Probleme wie Milbenbefall oder großes Bienensterben nicht klagen. "Man muss da nur intensiv hinterher sein. Sobald der letzte Honig der Saison aus den Waben entfernt wurde, werden die Bienenvölker im Herbst mit Ameisensäure und im Februar mit Oxalsäure behandelt", erläutert Siewert. "Dies bewirkt, dass die Milben absterben bzw. gar nicht erst entstehen. Denn allein eine Milbe in den Zellen, in denen die nächste Brut heranwächst, schädigt die neue Biene. Zwei und mehr Milden bewirken eine Verkrüppelung der neuen Bienen und können ein ganzes Volk ausrotten." Bereits seit 15 Jahren ist Siewert als Hobby-Imker tätig. Als Motivation gibt er an: "Die aktive Bienenzucht war die Vorbereitung auf die Rente. Jung-Imker sind im Durchschnitt 50 Jahre und älter. Es ist ein sehr zeitintensives Hobby, neben dem Beruf blieb dafür nicht genug Zeit." |
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Westfälische Rundschau vom 23.10.2007
Sechs Mal Gold für Bienenhonig Herdecke/Wetter. Die Imker des EN-Kreises trafen sich jetzt in Haßlinghausen zu ihrer Herbstversammlung. Vor seinem Fachvortrag übergab Werner Mühlen, Landwirtschaftskammer Münster, die Medaillen an die Imker des EN-Kreises, die bei der Honigbewertung des Der Herdecker Verein war mit 16 von insgesamt 31 Honigproben des Kreises bei der Bewertung nicht nur stark vertreten, sondern auch sehr erfolgreich. Von sechs Goldmedaillen gingen allein vier an Mitglieder des Imkervereins Herdecke-Ende, dazu noch vier Silber- und eine Bronzemedaille. Anton Müller (Wengern) erhielt gleich zweimal Gold und wurde mit dem 8. Platz in der Landeswertung für flüssigen Honig ausgezeichnet, das Top-Ergebnis auf Kreisebene. Der Imkerverein Herdecke-Ende beglückwünschte alle Medaillengewinner. Von den insgesamt beim Landesverband eingereichten 955 Honigproben waren 92 Prozent ohne Rückstände. "In keinem anderen Bundesland werden so viele Honige geprüft. Nirgendwo in Deutschland ist der Honig reiner als bei uns. Wir vergleichen uns nicht mit Billiganbietern, wir vergleichen uns mit Sahnestücken", so Werner Mühlen. Er referierte anschließend über die Imkerei und die Gentechnik.
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Westfalenpost vom 10.07.2007
Honig - ein Naturprodukt aus Herdecke Herdecke/Wetter. (PZ) Den "Tag der deutschen Imkerei" begingen am Samstag alle Bienenzüchter der Nation. Mit vielen Aktionen waren auch die Imker in Wetter und Herdecke dabei. Denn obendrein gab es noch das hundertjährige Jubiläum des deutschen Imkerbund Sieben Völker stehen in seinem Garten um ein Beet mit vielen Lavendelbüschen herum, das die Bienen ausgiebig anfliegen. Trotzdem produziert Ludger Sauerwald hier Mischhonig, denn auch in den Gärten der Nachbarn tummeln sich seine Bienen. "Die sind mittlerweile aber fast zahm geworden", beruhigt Sauerwald und ergänzt: "Bienen sind ohnehin nicht angriffslustig." Trotzdem setzt der erfahrene Imker einen Schleierhut auf, als er die erste Beute - so heißt der Bienenstock im Fachjargon - öffnet, um einen Rahmen mit frischen, kaum gefüllten Waben herauszuholen. Der Schutz erweist sich dann auch sofort als notwendig, denn eine besonders vorwitzige Wächterbiene hat sich schon auf seiner Hand nieder gelassen und ihren Stachel darin versenkt. Ludger Sauerwald, der die Imkerei seit neun Jahren betreibt, wischt die sterbende Biene und den Stachel einfach ab. Die übrigen Bienen stecken mit ihren Köpfen allesamt in den Waben, als der Holzrahmen ans Tageslicht kommt. "Das ist der Schutzreflex der Bienen. Wenn etwas los ist, fressen sie", erklärt der Hobbyimker. Die Beute ist mit einem Gitter, durch das die dicke Königin nicht hindurch passt, in Brut- und Futterbereich unterteilt, um die Ernte zu vereinfachen. Der Brutbereich ist gut gefüllt, das Volk, obwohl noch sehr jung, ist also gut gerüstet für den Winter. "Kleine, schwache Völker werden in dieser Jahreszeit von Wespen oder auch Artgenossen des öfteren ihres Honigs beraubt, weil sie zu wenige Wächterbienen haben", ergänzt der Fachmann. Um dieses Volk muss sich Ludger Sauerwald jedenfalls nicht sorgen, man kann geradezu dabei zusehen, wie der Bienennachwuchs schlüpft. Eine reale Bedrohung, die auch in der Öffentlichkeit für Aufsehen sorgte, ist hingegen die Varroa-Milbe. Als winzige, schwarze Punkte liegen ihre Leichen auf einem Stück Küchenpapier, dass Sauerwald nach der letzten Bekämpfungsaktion aus einem Bienenstock zur Demonstration geholt hat. "Die Milbe heftet sich schon an die Larven, hinterher an die fertigen Bienen und saugt diese regelrecht aus, wie eine Zecke. Dadurch wird die Biene geschwächt und stirbt letztendlich." Jedoch weiß Ludger Sauerwald Rat: "Ich bekämpfe sie mit Ameisensäure, die ich in einen Zerstäuber fülle. Damit dampfe ich die Beute dann aus. Die Milbe und deren Brut vertragen diese schwache Säure nicht, für die Bienen ist sie aber harmlos." Besorgter sieht Ludger Sauerwald hingegen das rätsel- und massenhafte Bienensterben in den USA, für das es bis jetzt keine Erklärung gibt. "Ich vermute allerdings, dass die Bienen an zu großem Stress sterben. In Amerika haben die Bienen nämlich hauptsächlich die Aufgabe, riesige Plantagen zu bestäuben, die Honigproduktion ist nachrangig. Darum ziehen die Imker mit ihren Völkern von Ort zu Ort, was der natürlichen Lebensweise der Biene widerspricht", so die Meinung des Hobbyimkers. "In Deutschland brauchen wir uns deshalb keine Sorgen zu machen. Wer aber etwas für den Schutz unserer Bienen tun möchte, der sollte nur sauber ausgespülte Honiggläser in den Müll werfen, sonst könnten einheimische Bienen an die Reste fliegen und sich eventuell eine Krankheit holen, die in dem möglicherweise importierten Honig eingeschleppt wurde", appelliert Sauerwald. Wer den leckeren und völlig biologischen Honig der einheimischen Imker einmal probieren möchte, der kann das bei REWE in Kirchende tun: Dort bieten Ludger Sauerwald und sechs weitere heimische Imker insgesamt zwölf verschiedene Sorten Honig aus der Region an. |


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